BWIHK-Konjunkturbericht: Aufschwung ist nicht zu bremsen - Industrie schaltet noch einen Gang höher

19. Mai 2017

Stuttgart, 19. Mai 2017 – Allen Unwägbarkeiten zum Trotz: die Südwestkonjunktur ist auch im Frühsommer 2017 nicht zu bremsen. Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten und Dienstleistungen aus Baden-Württemberg hat in den letzten Monaten weiter zugenommen, was vielen Unternehmen hohe Auslastung ihrer Kapazitäten und steigende Gewinne beschert. Am meisten profitiert die Industrie, aber auch Handel und Dienstleistungsbranche melden eine nochmals leicht verbesserte Lage im Vergleich zum Jahresbeginn. Der Aufwärtstrend macht sich auch am Arbeitsmarkt stabilisierend bemerkbar. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), an der rund 4.000 Unternehmen aus allen Branchen, Größenklassen und Landesteilen mitgewirkt haben.

„Obwohl die Risiken auf den Weltmärkten zugenommen haben, konnten die Betriebe in Baden-Württemberg die Herausforderungen weiter erfolgreich meistern“, sagt BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke. „Die Auftragseingänge nehmen aktuell sogar noch zu. Wir gehen davon aus, dass der gute Nachfragetrend weiter an Breite gewinnt.“ Auch die Nachfrage aus dem Ausland hat laut Grenke zunehmend an Schwung gewonnen. „Für Europa gehen wir davon aus, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ein klares Signal setzt für mehr Zusammenarbeit und die Durchsetzung notwendiger Reformen in Europa“, betont der BWIHK-Präsident. Das könne dem leichten Aufschwung in der EU den notwendigen Schub geben. Auch in Asien und Amerika sowie in vielen Schwellenländern gehe es aufwärts. Mehr als 40 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen im Land gehen von steigenden Exporten aus. Das sind nochmals rund zwei Prozentpunkte mehr als zu Jahresbeginn.

Laut Umfrage schätzen rund 96 Prozent ihre Lage mit „gut“ oder „befriedigend“ ein – eine leichte Zunahme um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Januar. Nicht einmal vier Prozent klagen über schlechte Geschäfte (Jahresstart 2017: fünf Prozent). Für die kommenden Monate erwartet mehr als ein Drittel der Befragten bessere Geschäfte. Knapp 60 Prozent rechnen mit etwa gleichbleibenden Geschäften, eine Verschlechterung befürchtet nur jeder dreizehnte Betrieb. Am Jahresanfang waren 30 Prozent der Befragten optimistisch und neun Prozent pessimistisch.
Positiv fallen auch die Pläne für Inlandsinvestitionen aus: etwas mehr als ein Drittel der Befragten hat seine Investitionsbudgets aufgestockt. Nur gut jeder neunte Betrieb will weniger als im Vorjahr im Inland investieren.
Der Arbeitsmarkt im Land profitiert von der guten Stimmung in den Unternehmen. Mehr als ein Viertel der befragten Betriebe will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen, rund 63 Prozent halten ihre Belegschaften auf gleichem Niveau, nur 11 Prozent  müssen Stellen abbauen.

Branchen: Die Industrie schaltet noch einen Gang nach oben. Damit reagieren die produzierenden Betriebe im Land auf eine Geschäftsentwicklung, die so gut ist, wie zuletzt bei der Wiedervereinigung. Auch die Perspektive ist von Zuversicht geprägt. Beim Bau hat die Nachfrage ebenfalls nochmals angezogen. Eine weitere Steigerung scheint jedoch unmöglich. Personalmangel und Kapazitätsauslastung an der Grenze des Machbaren lassen Zuwächse nicht mehr erwarten. Der Großhandel profitiert von dynamischer Nachfrage auch für die nächsten Monate. Dagegen konnten nur wenige Einzelhändler ihre Lage verbessern. Dank steigenden Konsums wird die Stimmung besser. Auch die Servicebranche profitiert von steigenden Umsätzen. Die Mehrheit geht von weiteren Zuwächsen aus, jedoch bremst auch hier der Fachkräftemangel. Während die Hoteliers unverändert gute Lagen melden, sind die Gastronomen eher ernüchtert über die jüngste Geschäftsentwicklung. Unter steigenden Kosten, anhaltend schwieriger Fachkräftesuche sowie nachlassender Umsatz- und Nachfragedynamik leiden die Zufriedenheit von Restaurant- und Café-Betreibern und deren Zukunftsaussichten. Hoteliers sind dagegen konstant optimistisch.

Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie hier.


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