DIE EINZELNEN ARCHIVE DES BWIHK

ALLGEMEIN

SERVICES

MEDIEN

Neue Corona-Schnellkredite für den Mittelstand

KW 15 – 
09.04.2020

Mit noch nie dagewesenen Schnellkrediten will die Bundesregierung die Mittelstandslücke in ihren Corona-Hilfsprogrammen für die Wirtschaft verringern. Unternehmen mit mindestens elf Beschäftigten sollen damit ohne aufwändige Bankprüfung einen von der bundeseigenen KfW finanzierten Überbrückungskredit bekommen können. Möglich wird das dadurch, dass der Bund als deutscher Staat jeden Kredit mit einer Bürgschaft von 100 Prozent absichert. Das Programm hat das Bundeskabinett am 6. April beschlossen. Nur zwei Wochen zuvor hatte der DIHK diese Idee in die öffentliche und politische Diskussion gebracht. Die ersten Kredite sollen noch in der ersten Aprilhälfte verfügbar sein.  

Start des Soforthilfe-Bundesprogrammes: Gesamtfördersumme ändert sich nicht – Kammern helfen bei Fragen

Gem. PRESSEINFORMATION  BWIHK/BWHT – STUTTGART, 
08. April 2020

Morgen wird das bisherige Landesprogramm Soforthilfe mit dem Soforthilfeprogramm der Bundesregierung zusammengeführt. Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten sind im Bundesprogramm antragsberechtigt, Betriebe mit zwischen elf und 50 Beschäftigten im Landesprogramm. Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern übernehmen dabei wie gehabt für beide Programme die Vorprüfung der Anträge. Wichtig: Für die Antragsteller ändert sich kaum etwas, die bereits gestellten Anträge behalten weiter ihre Gültigkeit und die neuen Formulare sind ebenfalls über die Homepage des Wirtschaftsministeriums abrufbar.
 

„Die Soforthilfe des Landes für Soloselbstständige und kleine Unternehmen wird weiter stark nachgefragt, der Bedarf der Betriebe für eine schnelle Unterstützung in der Corona-Krise ist riesig. Es ist gut, dass nun auch die Gelder des Bundes hierfür eingesetzt werden können. Allen, die bereits einen Antrag gestellt haben oder noch stellen möchten, können wir sagen, dass es deshalb keinen Grund zur Beunruhigung gibt. Alle eingereichten Anträge werden weiterbearbeitet, auch am Antragsverfahren ändert sich so gut wie nichts. Nur ganz zu Beginn muss einmalig auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums der richtige Antrag nach der Anzahl der Beschäftigten im Unternehmen ausgewählt werden“, betonen Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) und Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold gemeinsam.

BWIHK IN DER PRESSE

In der Schwäbischen Zeitung plädiert BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke (07.04.) im Zuge der Corona-Pandemie für einen Bürokratiestopp:

„Durch die Soforthilfen, die das Land für kleinere Unternehmen rasch auf den Weg gebracht hat, können wir diesen Betrieben jeden Tag helfen, das ist sehr gut so. Mittel für größere Unternehmen kommen allerdings noch nicht schnell genug in der Breite an – obwohl der Mehrheit aller Betriebe im Land unabhängig von deren Größe das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals steht. Hier sollen zwar die KfW-Programme zügig greifen, doch es hakte bislang noch deutlich. Deshalb begrüße ich sehr, dass der Bund nun mit einem neuen Kreditprogramm reagiert und dabei 100 Prozent der Risikohaftung für solche Kredite übernimmt. Jetzt muss auch die Auszahlung schnell umgesetzt werden. 

Darüber hinaus gilt es auf allen Ebenen so bürokratiearm wie möglich zu handeln. Denn viele Betriebe im Land benötigen die gesamte Energie zum Sichern ihrer Existenz. Deshalb plädiere ich auch dringend für einen Bürokratiestopp, was die unzähligen Melde- Prüf- und Anzeigepflichten betrifft. Das Land sollte gemeinsam mit dem Bund eine Allgemeinverfügung zur generellen Nichtanwendung oder Verschiebung der Fristen für Informations- und Meldepflichten von Unternehmen beschließen. Dieser Bürokratiestopp muss auch für künftige Gesetzvorgaben gelten, wenn sie mit unverhältnismäßigen Kosten für die Betriebe verbunden sind. Schließlich wird die Wirtschaft ihre Zeit brauchen, den Konjunkturmotor wieder auf Vordermann zu bringen und darf darin schon gar nicht durch Bürokratie gebremst werden.“