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PRESSEMITTEILUNGEN

Der BWIHK ist Medienpartner für Zeitungen und Zeitschriften sowie Online-Angebote mit Schwerpunkt Baden-Württemberg. Aber auch bundesweit und international finden unsere Pressemeldungen und –services Beachtung. Lesen Sie hier unsere neuesten Meldungen.

    Dramatische Lage bei Non-Food-Einzelhändlern – Bedrohung für die Innenstädte

    PRESSEINFOrmation 04/2022
    STUTTGART, 12. Januar 2022

    Viele Einzelhandelsbetriebe, aber auch Restaurants und Cafés sind durch die Fortdauer der Corona-Pandemie existenziell bedroht. Wie fatal sich die Situation insbesondere für viele innerstädtische Unternehmen darstellt, kann an der aktuellen Entwicklung des Modefachhandels deutlich gemacht werden. Diese Branche ist nach wie vor prägender Bestandteil der Innenstädte.

    So haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Bekleidungsfachgeschäfte bereits im ersten Corona-Jahr 2020 einen zweistelligen Umsatzverlust erlitten. Diese Entwicklung hat sich durch einen festgestellten Umsatzrückgang von knapp 10 Prozent im Jahr 2021 fortgesetzt. Dadurch sank das Marktvolumen des Modefachhandels in Deutschland im Zeitraum 2019 bis 2021 von 50 Milliarden auf unter 40 Milliarden Euro. „Diese von der Gesellschaft für Konsum- und Absatzforschung (GfK) vor kurzem veröffentliche Zahlen belegen, wie stark der modische stationäre Innenstadthandel von der Corona-Pandemie tatsächlich betroffen worden ist“, erläutert Anje Gering, die Hauptgeschäftsführerin der für Handelsfragen im BWIHK zuständigen IHK Bodensee-Oberschwaben. Sie ergänzt: „Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung besteht die reale Gefahr, dass viele baden-württembergische Innenstädte weitere Anbieter im modischen Fachhandel in den kommenden Wochen und Monaten verlieren und damit auch die Leerstände zunehmen werden. Diese Entwicklung fügt den Innenstädten schwere Schäden zu. Die Gesamtattraktivität, die erst durch die Nutzungsvielfalt entsteht, wird durch den Wegfall von inhabergeführten Einzelhandelsbetrieben, aber auch von gastronomischen Betrieben stark in Mitleidenschaft gezogen.

    Trotz der Unterstützungsprogramme laufen viele angeschlagene Betriebe aktuell Gefahr, trotzdem keine finanzielle Hilfe des Bundes- und Landes zu erhalten, denn sie scheitern vielfach am geforderten 30-prozentigen Mindestumsatzrückgang, der für jeden Monat nachgewiesen werden muss. Nur dann bekommen sie einen Teil ihrer Fixkosten erstattet. „Die Absenkung der Mindestumsatzgrenze auf 20 Prozent könnte vielen Betrieben den Zugang zur Überbrückungshilfe III und IV erst ermöglichen“, fordert Anje Gering.

    Diese Nachbesserung wäre auch deshalb angezeigt, weil die Alarmstufe II aktuell beibehalten wird, obwohl die festgelegten Schwellenwerte, d.h. die Hospitalisierungsrate und Auslastung der Intensivbetten, unterschritten werden. Im Kern bedeutet dies, dass die nicht zur Grundversorgung zählenden Einzelhandelsbetriebe die 2G-Zutrittsbeschränkungen fortführen müssen. Genau dieser Zustand hat zuletzt wesentlich mit zu den Umsatzrückgängen im zweistelligen Bereich geführt. Das Stufenkonzept sieht neben einer Verschärfung aber auch eine entsprechende Lockerung der Maßnahmen vor, die wegen der Omikronvariante bis 01.02.2022 ausgesetzt worden ist.

    „Die Wirtschaft steht grundsätzlich hinter der Pandemiebekämpfung. Weite Teile des Einzelhandels treffen die Maßnahmen aber so erheblich, dass die Branche unverhältnismäßig geschädigt wird“, so Anje Gering. Sie appelliert an die Landesregierung, den betroffenen Einzelhandelsbetriebe den unternehmerischen Freiraum zu gewähren, um im Wettbewerb mit dem weiter wachsenden Online-Handel die Corona-Pandemie überstehen zu können.

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    Weniger ausbildungsverträge aufgrund von corona und transformationsprozess - bwihk schlägt land 10-punkte-programm zur stäkrung der ausbildung vor

    PRESSEINFOrmation 03/2022
    STUTTGART, 12. Januar 2022

    „Die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge ist leider auch in diesem Jahr noch einmal eingebrochen. Dennoch haben wir Hoffnung, denn in einigen Regionen stabilisieren sich die Zahlen auf niedrigem Niveau. Es kann nur besser werden“, kommentiert Marjoke Breuning, Vizepräsidentin des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) und Präsidentin der IHK Region Stuttgart, der für Ausbildungsfragen beim BWIHK zuständigen Kammer, die Ausbildungsbilanz 2021 der Südwestkammern. Mit 37.806 Ausbildungsverträgen wurden bis zum Jahresende 2021 3,8 Prozent weniger Neuverträge landesweit abgeschlossen als 2020. In der Kernregion Stuttgart sind es mit rund 8.820 Ausbildungsverträgen 1,3 Prozent weniger als 2020.

    „Wir kommen von einem guten Niveau im Jahr 2019, aber um das aufzuholen gibt es noch viel zu tun“ so Marjoke Breuning. Im Vergleich zu 2019 beträgt das aktuelle Defizit rund 16 Prozent. Hielten sich die Verluste bei kaufmännischen und technischen Berufen im vergangenen Jahr noch annähernd die Waage, sind in diesem Jahr die technisch-gewerblichen Berufe mit minus 6,3 Prozent stärker eingebrochen als die kaufmännischen Berufe mit minus 2,2 Prozent. Am meisten betroffen sind Auszubildende in Bank- sowie Metall- und Elektroberufen. „Hier zeigt sich neben Corona auch der Transformationsprozess in der Automobilindustrie als Ursache für die Verluste“, so Breuning. Zu den Gewinnern gehören vor allem Kaufleute für Digitalisierungs-Management, einem noch jungen Ausbildungsgang. Nach gravierendem Einbruch im Jahr 2020 wird im Einzelhandel, dem Groß- und Außenhandel und bei Spediteuren und Logistikern wieder mehr ausgebildet.

    „Auch wenn die Bewerbersituation im letzten Jahr nicht günstig für die Unternehmen war, müssen wir alles dafür tun, dass Betriebe auch unter schwierigen Bedingungen in der Lage sind, weiter auszubilden und jungen Menschen berufliche Perspektiven zu bieten“, so Breuning. „Viele Unternehmen wollen wieder ausbilden, bei etlichen Betrieben kommt allerdings nicht eine Bewerbung an. Ausbildung muss attraktiver werden“, sagt Breuning. Deshalb haben die Südwestkammern der Landesregierung ein 10-Punkte-Programm vorgelegt.

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    bwihk: 2g plus-regel, die in baden-württemberg bereits greift, bedeutet de facto lockdown für die gastronomie - die branche steht auf dem spiel!

    PRESSEINFOrmation 02/2022
    STUTTGART, 07. Januar 2022

    Zu den MPK-Beschlüssen, die 2G Plus-Regelung bundesweit für die Gastronomie festzuschreiben, sagt Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der beim Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) für Tourismusfragen federführenden IHK Nordschwarzwald: „Die verschärften Zugangshürden sind ein weiteres Pfund für die ohnehin schon schwer gebeutelte Branche. Das lässt sich in Baden-Württemberg, wo diese Regelung bereits greift, deutlich erkennen. Somit kann man für die ohnehin besonders leidgeprüften Branchen festhalten: Es reiht sich hier Hiobsbotschaft an Hiobsbotschaft. Erst bricht ein Großteil des so elementaren Geschäfts vor Weihnachten und zwischen den Jahren weg und jetzt wird diesen Betrieben auch noch die ebenso wichtige Planungs- und Perspektivgrundlage für das gerade begonnene Jahr 2022 mehr als eingeschränkt. Denn mit der verschärften Testpflicht für viele bereits immunisierte Kunden sprechen wir vom de facto Lockdown für weite Teile des Gastgewerbes. Eine echte Katastrophe für die Branche, denn für viele Betriebe ist das Ende der Belastungsgrenze längst erreicht. Es geht einfach schlicht nicht mehr – die Substanz ist aufgebraucht. Entsprechendes bestätigen auch die aktuellen Umfragen des Hotel- und Gaststättengewerbes DEHOGA. Wir brauchen deshalb jetzt schnell angemessene Unterstützungsmaßnahmen, die gesamte Branche steht auf dem Spiel. Dazu gehört vor allem die Anpassung der Überbrückungshilfen des Bundes, die heute als Ü-Hilfe IV gestartet sind. Auch die Wirtschaftsministerin hat dies in ihrer aktuellen Pressemeldung zum Programmstart thematisiert.“

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