BWIHK

PRESSEMITTEILUNGEN

Der BWIHK ist Medienpartner für Zeitungen und Zeitschriften sowie Online-Angebote mit Schwerpunkt Baden-Württemberg. Aber auch bundesweit und international finden unsere Pressemeldungen und –services Beachtung. Lesen Sie hier unsere neuesten Meldungen.

    Geschäftserwartungen der Unternehmen sind deutlich getrübt – Rezession im Südwesten in Sichtweite

    PRESSEINFOrmation |  63/2022 Stuttgart, 02. november 2022

    BWIHK-Vizepräsidentin Breuning: Gaspreisbremse für Unternehmen muss früher kommen

    Die Wirtschaft erlebt stürmische Zeiten. Die hohe Inflation, die Unsicherheiten auf dem Energiemarkt mit rasant steigenden Preisen bei Strom und Gas sowie der grassierende Fachkräftemangel hinterlassen deutliche Spuren bei den Unternehmen. „Der konjunkturelle Abschwung ist in der baden-württembergischen Wirtschaft angekommen, die Rezession ist in Sichtweite“, fasst BWIHK-Vizepräsidentin Marjoke Breuning die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage im Südwesten zusammen.

    An der Umfrage haben zwischen Ende September 2022 und Mitte Oktober 2022 landesweit rund 3.360 Unternehmen aller Größen und Branchen teilgenommen. Demnach blickt nur noch jedes achte Unternehmen optimistisch in die Zukunft, das ist deutlich weniger als im Frühsommer, als noch jedes fünfte Unternehmen auf bessere Geschäfte hoffte. „Es sind aber vor allem deutlich weniger Optimisten als noch zu Beginn der Corona-Pandemie, was uns große Sorgen macht“, so Breuning.

    Fast jedes zweite Unternehmen geht von einer schlechteren Geschäftsentwicklung aus, im Frühsommer befürchtete dies nur jeder vierte Betrieb. Und während im Sommer noch 50 Prozent der Befragten von gleichbleibenden Geschäftserwartungen ausgingen, sind das jetzt nur noch knapp 44 Prozent. Auch die aktuelle Lage trübt sich langsam ein. Knapp 51 Prozent der Betriebe bewertet sie nur als befriedigend – fast acht Prozent mehr als im Frühsommer. 36 Prozent der Befragten sagen die Lage sei gut (Frühsommer 45 Prozent), als schlecht bewerten sie 13 Prozent (Frühsommer 12 Prozent).

    Die Gründe für den pessimistischen Blick in die Zukunft sind vielfältig. Ganz oben auf der Liste der größten Geschäftsrisiken stehen die hohen Preise für Gas und Strom, hier hat sich die Lage im Vergleich zum Sommer weiter verschärft. 79 Prozent der Unternehmen sehen die hohen Energiepreise als ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, im Frühsommer waren es noch 70 Prozent.

    „Nur jedes zweite Unternehmen kann die steigenden Energiepreise in Teilen an seine Kunden weitergeben. Ein Großteil schultert die Kosten selbst, was die Erträge deutlich schmälert“, so Breuning. „Den Betrieben geht es jetzt deutlich ans Eingemachte, der Winter wird eine harte Zerreißprobe. Es ist deshalb wichtig, dass die Politik auch die Wirtschaft zum 1. Januar 2023 entlastet und nicht erst zum 1. März. Wenn wir die Unternehmen jetzt alleine lassen, wird das für viele das wirtschaftliche Aus bedeuten“, so Breuning weiter.

    Neben den hohen Energiepreisen plagt die baden-württembergische Wirtschaft der Fachkräftemangel, auch hier hat sich die Lage nochmals verschärft. „Der Fachkräftemangel ist mitten in der Gesellschaft angekommen, der Arbeitskräftemangel war noch nie so offensichtlich und so spürbar wie jetzt. Wenn Läden ihre Öffnungszeiten wegen fehlender Arbeitskräfte einschränken müssen oder Bistros zubleiben, dann ist es bereits fünf nach zwölf “, betont die BWIHK-Vizepräsidentin. „Die Politik muss jetzt ihre Ankündigungen wahr machen und die Berufliche Bildung noch attraktiver gestalten. Es muss in den Köpfen aller ankommen, dass duale Ausbildung und Studium in einer Liga spielen.“ 61 Prozent der Unternehmen sehen denn auch in den fehlenden Fachkräften ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, im Frühsommer waren es noch 58 Prozent. Die Mehrheit der Unternehmen (65 Prozent) gab an, dass sie derzeit offene Stellen nicht besetzen können. Am meisten fehlen Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (78 Prozent), gefolgt von Akademikern (40 Prozent) und Fachkräfte mit einer Weiterbildung (36 Prozent). Als weitere Risikofaktoren folgen die hohen Rohstoffpreise, die sinkende Inlandsnachfrage angesichts nachlassender Investitionen und steigender Lebenshaltungskosten, die steigenden Arbeitskosten sowie die aktuelle Politik.

    Mit einem einfachen Klick ins Fenster "Download" rechts finden Sie die komplette PM mit mehr Infos zu den einzelnen Branchen, zu Inlandsinvestitionen und Exporterwartungen als PDF zum Download.

    BWIHK-Mitgliederversammlung hat gewählt: Christian O. Erbe ist neuer BWIHK-Präsident

    PRESSEINFOrmation |  62/2022 baden-baden, 25. Oktober 2022

    Marjoke Breuning und Dr. Jan Stefan Roell als Vizepräsidenten bestätigt, Thomas Conrady neu im Vorstand 

    Christian O. Erbe, bisheriger BWIHK-Vizepräsident und Präsident der IHK Reutlingen, wurde heute einstimmig an die Spitze des BWIHK gewählt. Wolfgang Grenke übergab die Position nach sechs Jahren und damit längstmöglicher Amtszeit satzungsgemäß. Die Mitgliederversammlung komplettierte in ihrer Herbst-Sitzung den vierköpfigen Vorstand mit den wiedergewählten Marjoke Breuning, Präsidentin der IHK Region Stuttgart, und Dr. Jan Stefan Roell, Präsident der IHK Ulm. Neu ins Gremium zog Thomas Conrady ein, Präsident der IHK Hochrhein-Bodensee. Alle vier gehen in eine zweijährige Amtszeit bis zu den nächsten Wahlen im Herbst 2024. Die Mitgliederversammlung dankte Grenke für den unermüdlichen Einsatz in seinen drei Amtszeiten mit starker Stimme für den Standort BW und für gute Rahmenbedingungen der Südwestwirtschaft in besonders herausfordernden Zeiten.

    Christian O. Erbe zeigt sich mit seinem Wechsel an die Spitze voll Elan und Tatendrang: „Ich freue mich sehr über diesen klaren Vertrauensbeweis aller Mitglieder. Die Wirtschaft geht im Südwesten weiter durch schwere Zeiten. Sie braucht uns jetzt besonders, damit die politischen Maßnahmen schleunigst in der Praxis greifen, bevor die Wirtschaftsstruktur noch größeren Schaden nimmt. Dafür werde ich kämpfen und unermüdlich Druck machen. Denn alles Diskutieren bringt nichts, wenn Hilfen nicht schleunigst bei den Unternehmen ankommen. Jedem politisch Handelnden muss die Dramatik der Lage bewusst sein. Doch reine Hilfen reichen nicht. Wir müssen auch nachhaltig aus diesen Krisen herauskommen. Wir brauchen einen Masterplan für BW mit echten Zukunftsperspektiven bei Energieversorgung, bei Innovation und Transformation sowie der Digitalisierung. Diesen möchte ich aktiv mitgestalten, so dass sich Baden-Württemberg als Standort neu erfinden und noch besser für die Zukunft aufstellen kann. Dass unsere Mitgliedsunternehmen gute Bedingungen von Breitband bis bürokratiearmen Verwaltungsleistungen vorfinden, um traditionelle Erfolgsfaktoren mit Zukunftstechnologien bestmöglich zu vereinen. Dass die Transformation gelingt und Innovationen sprudeln – ganz im Sinne von ‚Made in Baden-Württemberg 2.0‘.“

    Marjoke Breuning betont: „Als inhabergeführtes Traditionsgeschäft im Fachhandel geht man derzeit wirklich durchs Feuer. Zuerst hat die Corona-Pandemie Kundenströme und ebenso das Gesicht der Innenstädte und Ortszentren wie nie zuvor verändert. Jetzt stehen wir in der Energiekrise mit dem Rücken zur Wand. Deshalb sehe ich es als meine Mission und Aufgabe an, alle betroffenen Unternehmen aus Handel oder Gastronomie nach Kräften zu bewahren. Gerade unsere Zentren und Ortskerne brauchen jetzt ein Vitalisierungsprogramm, das On- und Offline sinnvoll verbindet. Auch die Fachkräftebasis muss gefördert werden – die Krisen bedrohen genauso die duale Ausbildung. Deshalb werbe ich intensiv für die ‚Karriere mit Lehre‘.“

    Dr. Jan Stefan Roell, Geschäftsführer roellpartners GmbH in Ulm, hat Zukunftstechnologien fest im Blick: „Bei Technologien mit disruptivem Charakter wie KI, Elektromobilität, Batterietechnik oder Wasserstoff, gilt: Baden-Württemberg muss neue Technik und Innovationen aktiv von der Spitze her gestalten, nicht nur dabei sein. Darin steckt die Zukunft unserer Wertschöpfung, ein gigantisches Potenzial für den Standort. Auch als echte Jobmaschine müssen wir dieses heute und nicht erst morgen erschließen. So können wir zukunftssichere Beschäftigungsmöglichkeiten für unsere Fachkräftebasis entwickeln. Als Sprecher der BWIHK-Task-Force Wasserstoff ist mir der Erfolg in solchen Feldern ganz persönliche Motivation und Antrieb in den kommenden zwei Jahren.“

    Thomas Conrady, Geschäftsführer der Conrady-Gruppe aus Gottmadingen, verweist auf die Bedeutung des internationalen BW-Geschäfts in der EU: „Gerade Anrainer wie die Schweiz und Frankreich sind nach den USA und China unsere wichtigsten Handelspartner. Viele tausend Grenzpendler vitalisieren täglich Unternehmen und halten die Wirtschaft auf beiden Seiten mit am Laufen. Diese Beziehungen möchte ich fördern und noch vorhandene Hürden und Handelshemmnisse auflösen. Gleichzeitig steht die EU für Lösungen bei vielen unserer derzeitigen ökonomischen Probleme. Diversifizierung in einem starken Europa ist für mich der Schlüssel, um Abhängigkeiten von globalen Hot-Spots spezialisierter Produktion langfristig zu reduzieren. Darüber hinaus brauchen wir auch Fortschritte im Dienstleistungssektor, meiner Branche – auch dafür werde ich mich mit Leidenschaft einsetzen.“

    Mit einem einfachen Klick ins Fenster "Download" rechts finden Sie die komplette PM auch als PDF.

    BWIHK-Präsident: „Einigung auf Preisbremse ist wichtiges Signal für Unternehmen, weil sie eine klare Perspektive aufzeigt“:

    PRESSEINFOrmation | sTUTTGART, 10. Oktober 2022

    BWIHK zu den vorgelegten Vorschlägen der Gaskommission für eine Gaspreisbremse 

    Präsident Wolfgang Grenke führt dazu aus: „Aus Sicht der IHK-Organisation ist das Ergebnis insgesamt positiv zu bewerten. Diese Einigung auf eine einfache Preisbremse ist ein wichtiges Signal für Unternehmen, weil sie eine klare Perspektive aufzeigt. Die Vorschläge der Kommission müssen schnellstmöglich politisch umgesetzt werden.“ 

    Grenke weiter: „Auch wenn die Wirtschaft in der Breite durch die Preisbremse entlastet wird, bleibt es dabei, dass alle Möglichkeiten zum Sparen genutzt werden müssen – als gemeinschaftliche Aufgabe. [...] Die Energiepreise werden auf längere Sicht hoch sein und damit als besondere Belastung bestehen bleiben. Wir brauchen daher den schnellen Ausbau von erneuerbaren Energien, der Stromnetze und der Gas- und Wasserstoffinfrastruktur als langfristig sichernde Maßnahme.“

    Mit einem einfachen Klick ins Fenster "Download" rechts finden Sie die komplette PM auch als PDF.