Südwestwirtschaft im Aufwind

23. Oktober 2017, von: BWIHK-Tag

Konjunkturbericht für Baden-Württemberg, Oktober 2017


Branchen

Industrie: Nachfrageimpulse lassen nach
Die Industriekonjunktur verläuft weiterhin rund. Die Kapazitäten sind hoch ausgelastet, die Auftragsbücher gut gefüllt und die Umsätze steigen. Diese positive Entwicklung wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen, jedoch mit abnehmenden Zuwachsraten. Die aktuell merklich schwächere Tendenz im Auftragseingang aus dem In- und Ausland dämpft die Zuversicht der hiesigen Industrie ein wenig. Unternehmen aus der Branche zweifeln jedoch keineswegs daran, dass sich ihre Geschäfte weiterhin positiv entwickeln werden. Die Industrie trägt über steigende Investitionsausgaben selbst dazu bei.

Bauwirtschaft ist bester Dinge
Die Stimmung am Bau war noch nie so gut wie jetzt. 80 Prozent der Betriebe geht es gut, 19 Prozent bewerten ihre Situation als befriedigend und nur knapp ein Prozent ist unzufrieden. Die Mehrheit der Bauunternehmen geht davon aus, dass sie ihre Geschäfte in den nächsten Monaten zumindest auf dem erreichten hohen Niveau halten können. Pessimistisch blicken nur drei Prozent der Betriebe nach vorn. Das weiterhin sehr günstige Finanzierungsumfeld beflügelt die Nachfrage nach Bauleistungen; Engpässe beim Personal sowie steigende Kosten begrenzen jedoch die Expansion.

Handel: Großhandel zufriedener als Einzelhandel
Der Einzelhandel bleibt in Bewegung. 34 Prozent der Betriebe profitieren von gestiegenen Umsätzen, 35 Prozent melden konstante Erlöse. 31 Prozent der Einzelhändler klagen über Einbußen. Die Stimmung im Einzelhandel hat sich damit seit dem Frühsommer kaum verändert. Die Lage wird positiv, aber etwas ungünstiger bewertet. Die Zuversicht hat auf niedrigem Niveau leicht zugenommen. Deutlich besser laufen die Geschäfte weiterhin im Großhandel, insbesondere im industrie- und baunahen Großhandel. Künftig dürfte es jedoch auch für die meisten Großhändler etwas langsamer bergauf gehen.

Dienstleistungen: ITK-Service boomt
Dank voller Auftragsbücher und kontinuierlich steigender Umsätze sind die Dienstleister weiterhin mit ihrer aktuellen Lage sehr zufrieden. Besonders gefragt sind Leistungen der Architektur- und Ingenieurbüros sowie des ITK-Service. Die Informations- und Kommunikationsdienstleister sind auch die einzige Sparte, deren Auftragsvolumen aufgrund des Digitalisierungstrends mit großer Dynamik zulegt. In allen anderen Dienstleistungsbrachen ist die Zahl der Betriebe mit wachsendem Auftragsvolumen zurückgegangen, was die Erwartungen für die kommenden Monate etwas trübt.

Hotel- und Gaststättengewerbe: Verbesserte Lage, verhaltener Optimismus
Die Super-Sommermonate sind für viele Hotels und Gaststätten positiv verlaufen. Steigende Gästezahlen, höhere Umsätze und eine zunehmende Zimmerauslastung haben zur Verbesserung der Gewinnentwicklung beigetragen und die Zufriedenheit steigen lassen. Während in den meisten Hotels die Zimmervermietung angezogen hat, stagnieren die Erlöse in den Hotelrestaurants. Drei Viertel der Betriebe bauen darauf, das erreichte Geschäftsniveau in den nächsten Monaten halten zu können. Hauptsorge ist der akute Fachkräftemangel, neun von zehn Betrieben sind betroffen.

Gastronomie: Trockener Sommer lässt Zufriedenheit steigen
Die Restaurants, Cafés und Caterer bewerten ihre Lage auf hohem Niveau nochmals besser als im Frühsommer. Der trockene, warme Sommer hat insbesondere den Betrieben in touristisch attraktiven Orten viele Gäste und steigende Umsätze beschert. Aber auch die gewerbliche Kundschaft hat verstärkt  Dienste der Branche in Anspruch genommen. Mit weiteren Zuwächsen rechnet ein gutes Fünftel der Betriebe – im Frühsommer waren noch 37 Prozent optimistisch. Die Zuversicht wird gebremst vom Mangel an Fachkräften – 86 Prozent der Unternehmen klagen darüber – sowie der Kostenentwicklung.









Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
Federführung Volkswirtschaft
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