1. Preis für ‚Baustelle des 21. Jahrhunderts‘

24. November 2016

„European Satellite Navigation Competition 2016“ für baden-württembergische Unternehmen zeichnet heute aus

Heidelberg, 24. November 2016. Papierlos, aber nicht planlos. So funktioniert die Baustelle des 21. Jahrhunderts. Für einen Leitfaden, der die Abläufe von Tiefbauprojekten mit Hilfe von Positionserfassungen neu regelt, wurde die MTS Maschinentechnik Schrode AG heute als Landessieger des „European Satellite Navigation Competition 2016“ (ESNC) ausgezeichnet.

 

Die MTS Maschinentechnik Schrode AG aus Hayingen (Landkreis Reutlingen) erhielt den Preis für ihren „Leitfaden Tiefbau 3Dplus“. MTS setzt dabei auf Satellitensignale und die damit mögliche Positionsbestimmung. Ihr Einsatz verbessert die Abläufe auf der Baustelle, weil alle Pläne elektronisch und einheitlich erfasst werden. Der erste Platz ist mit einem Preisgeld von 1.000 Euro, einem für zwei Jahr mietfreien Büro im Technologiepark Tübingen-Reutlingen TTR und einem Imagefilm, der auf einer Pilotbaustelle gedreht wurde, verbunden.

 

Den zweiten Platz der „European Satellite Navigation Competition 2016“ in Baden-Württemberg sicherte sich die AFUSOFT Kommunikationstechnik GmbH aus Königsbach-Stein (Enzkreis). Das Unternehmen hat eine Lösung entwickelt, die blinde Menschen im Straßenverkehr schützt. Rang drei ging an das Netzwerk GeoNet.MRN e.V. (Heidelberg) und die SAP SE (Walldorf) für eine Anwendung, die hilft, neue Fahrradwege an der Auslastung und dem tatsächlichen Bedarf von Radfahrern auszurichten. Ein Sonderpreis ging an die TWT GmbH Science & Innovation aus Stuttgart. Das Unternehmen hat eine Anwendung entwickelt, die Fahrraddiebstahl erschwert.

 

Der Landespreis wird seit mittlerweile zehn Jahren vergeben. Organisiert wird der Wettbewerb von der ESNC-Geschäftsstelle Baden-Württemberg bei der IHK Reutlingen. Der Preis wurde heute vor über 150 Fachleuten der Geoinformationswirtschaft bei einem Fachkongress in Heidelberg verliehen.


Hintergrund zu den Preisträgern

 

Platz 1

MTS Maschinentechnik Schrode AG: Leitfaden Tiefbau 3Dplus

Bei der Erstellung von Straßen und Kanalisationen gibt es viele Projektbeteiligte: Auftraggeber, Planungs- und Vermessungsbüro, Baufirma und die späteren Nutzer. Die Abstimmung zwischen diesen Projektbeteiligten erfolgt in festgelegten Schritten: Traditionelle Abläufe und Papierpläne prägen das Bild. Moderne Technologien ermöglichen jedoch, diese Abläufe neu zu regeln. Davon profitieren alle Beteiligten. Häufig stößt man beispielsweise während der Bauausführung auf vorhandene Rohrleitungen oder eine Feldwegzufahrt, die nicht den Planvorgaben entsprechen. So steht für die Dauer der Abstimmung der Bau entweder still oder es wird eine gut gemeinte Lösung realisiert, die später bei der Abnahme zu Problemen führt. Selbst im Idealfall, dass die Baufirma die richtige Lösung gewählt hatte und sogar die Zusatzkosten übernommen wurden, bleibt zumeist aber die Änderung in der Planvorgabe unberücksichtigt. Dies kann negative Folgen bei der späteren Nutzung oder Erweiterung mit sich bringen. Der von der MTS Maschinentechnik Schrode AG und einem Team aus Spezialisten ausgearbeitete „Leitfaden Tiefbau 3Dplus“ regelt diesen Austausch der Beteiligten neu. Kosten werden reduziert und die Qualität steigt. Den Preis hat Rainer Schrode entgegen genommen.

 

Platz 2

AFUSOFT Kommunikationstechnik GmbH: Schutz von Behinderten im Straßenverkehr

Menschen mit (Seh-)Behinderungen sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Die Lösung des Verkehrstechnikspezialisten AFUSOFT sorgt für eine exakte Positionsbestimmung und gibt diese Informationen an Ampeln und andere Verkehrsteilnehmer weiter. Den Preis nimmt für das Unternehmen Prof. Erich Franke entgegen.

 

Platz 3

Netzwerk Geoinformation der Metropolregion Rhein-Neckar GeoNet.MRN e.V. und SAP SE: Fahrradwegenetze realisieren

Die Anwendung des Netzwerks GeoNet.MRN e.V. und der SAP SE wertet die von Fahrradfahrern gefahrenen Wege anhand realer Bewegungsdaten aus. Damit werden die Auslastung und die Verbesserungspotenziale von Fahrradstrecken ermittelt. Zudem lassen sich neue Fahrradwege und Fahrradwegnetze auf Basis des echten Bedarfs planen. Im Zuge des E-Bike-Booms wird diese Anwendung für den Aufbau einer vom Autoverkehr unabhängigen Infrastruktur hilfreich sein. Den Preis nehmen Christiane Bauer von der SAP SE und Hartmut Gündra vom Netzwerk Geoinformation der Metropolregion Rhein-Neckar GeoNet.MRN e.V. entgegen.

 

Sonderpreis

TWT GmbH Science & Innovation: Fahrräder schützen und vermieten

Die Anwendung aus Stuttgart lokalisiert Fahrräder. Modernes Bike-Sharing und das Auffinden des gestohlenen Fahrrads werden damit ermöglicht. Mit dem erstmalig beim Landeswettbewerb vergebenen Sonderpreis wird die internationale Vernetzung gewürdigt. Den Preis nehmen Dr. Jenny Malig und Dr. Dominik Grether entgegen.

 

Zum Wettbewerb „European Satellite Navigation Competition“ (ESNC)

Der Wettbewerb European Satellite Navigation Competition zeichnet Jahr für Jahr die besten Ideen für satellitengestützte Anwendungen aus. Seit 2007 beteiligt sich das Land Baden-Württemberg an dem Wettbewerb. Organisiert wird der Landeswettbewerb von der bei der IHK Reutlingen angesiedelten Geschäftsstelle, die finanziell vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg unterstützt wird.

 

Insgesamt nahmen in diesem Jahr über 400 Teilnehmer am internationalen Wettbewerb teil. Preise gibt es für Landes- und Regionalsieger sowie in Spezialkategorien. Der baden-württembergische Preis wurde zum fünften Mal in Folge im Rahmen des Fachaustausches Geoinformation in Heidelberg vor über 150 Fachleuten der Geoinformationswirtschaft verliehen. Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.esnc-bw.de.

 

Pressefotos zum Download sind am 24. November ab etwa 16 Uhr unter www.esnc-bw.de verlinkt. Der Filmbeitrag über das erstplatzierte Unternehmen ist auf dem YouTube-Channel der IHK Reutlingen www.youtube.com/ihkreutlingen abrufbar.



Ansprechpartnerin für die Redaktionen:

ESNC-Geschäftsstelle Baden-Württemberg bei der IHK Reutlingen
Dr. Stefan Engelhard
Telefon: 0151-55131758 (am Tage der Preisverleihung) und 07121-201-119 (sonst)
E-Mail: engelhard@reutlingen.ihk.de



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