IQB-Studie stützt Erkenntnisse über mangelnde Ausbildungsreife

28. Oktober 2016

Schulabgänger müssen fit für Ausbildung sein

Stuttgart, 28. Oktober 2016 – „Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2015 für das Land-Baden-Württemberg entsprechen leider unseren Befunden“, kommentiert Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der im BWIHK für Ausbildungsfragen federführenden Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart die heute veröffentliche Studie. Die BWIHK-Ausbildungsumfrage bei 1.800 Unternehmen in Baden-Württemberg vom Sommer dieses Jahres zeige, dass die Ausbildungsreife junger Menschen, wozu Rechtschreibung und Textverständnis gehörten, eher ab- als zunehme. „Eine Folge ist, dass immer mehr Lehrstellen nicht besetzt werden können und so langfristig ein Mangel an beruflich qualifizierten Fachkräften droht“, so Richter. 

Knapp 90 Prozent der befragten Betriebe stellen in verschiedenen Bereichen Mängel bei der Ausbildungsreife fest. Ein mangelndes schriftliches und mündliches Ausdruckvermögen beklagen 56 Prozent der Betriebe, fünf Jahre zuvor waren es nur 52 Prozent. Zudem klagen rund 45 Prozent, dass elementare Rechenfertigkeiten nicht ausreichend vorhanden seien, etwas mehr als 2015. Laut Kammern bleiben infolgedessen viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Seit 2011 stieg der Anteil der Betriebe, die beklagen, dass keine geeigneten Bewerbungen vorliegen, von rund 68 Prozent auf 74 Prozent in diesem Jahr.  

„Der Handlungsdruck auf die Politik wächst. Wir erhoffen uns, dass durch die heute veröffentlichten Ergebnisse ein Ruck durch das Land geht und die Grundlagenbildung beim Lesen, Schreiben und Rechnen wieder verstärkt in den Fokus genommen wird“, sagt Richter. Die Unternehmen trügen ihren Teil bereits dazu bei, indem viele Nachhilfe im eigenen Unternehmen anböten oder ausbildungsbegleitende Hilfen, beispielsweise durch die Agentur für Arbeit, in Anspruch nähmen.


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IHK Region Stuttgart
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