Ausbau des Informatikunterrichts darf nicht stagnieren

14. Dezember 2016

Junge Menschen gut auf Digitalisierung der Arbeitswelt vorbereiten

Stuttgart, 14. Dezember 2016 – Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) appelliert an die Landesregierung, den weiteren Ausbau des Informatikunterrichts der siebten Klassen an Real-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen finanziell sicherzustellen. Zwar seien Sparmaßnahmen im Landeshaushalt unabdingbar, jedoch sollten diese an der richtigen Stelle und nicht bei Investitionen in die Zukunft erfolgen. „Wir setzen darauf, dass Kultusministerin Susanne Eisenmann sich hier weiter für die beruflichen Perspektiven der jungen Menschen in Baden-Württemberg einsetzt. Sie hat dabei unsere volle Unterstützung“, so Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart – der für Ausbildungsfragen im BWIHK federführenden Kammer. Der weitere Ausbau des Informatikunterrichts für Siebtklässler dürfe nicht nur an Gymnasien erfolgen, sondern müsse an allen allgemeinbildenden Schulen im Land umgesetzt werden. „Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen, die schon bald vor der Berufswahl stehen, sollten als künftige Auszubildende fit sein für den Berufseinstieg in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt“, so Richter.

Hintergrund des Appells der Kammern sind Erkenntnisse darüber, dass die Einführung neuer Technologien im Rahmen von Industrie 4.0 eine schrittweise Anpassung von Qualifikationsanforderungen und Ausbildungsinhalten in den Betrieben zur Folge hat. Das geht aus einer Umfrage des BWIHK bei knapp 2.800 Ausbildungsbetrieben vom Frühjahr dieses Jahres hervor.

Demnach bleibe die Welt der Berufe zwar im Kern stabil, jedoch glaubt mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, dass sich Folgen der Digitalisierung für Ausbildung und Qualifikation einstellen werden. Fast ein Drittel rechnet fest mit neuen Anforderungen an die Beschäftigten. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern erwartet dies über die Hälfte. Etwa jedes fünfte Unternehmen sieht sogar einen Bedarf, bestehende Ausbildungsberufe zu ändern.

„Es liegt auf der Hand, dass junge Menschen auf die veränderte Arbeitswelt gut vorbereitet sein müssen. Dazu gehört solides und umfassendes Grundwissen im Bereich Informatik. Für die Schulen bedeutet das künftig eine große Herausforderung“, sagt Richter.

Von Digitalisierung betroffen sind laut Umfrage nicht nur die Technikbranchen. Viele Betriebe halten auch in Verwaltung und IT-Services eine Änderung bei den Qualifikationsanforderungen für nötig. Die befragten Betriebe sehen Änderungsbedarf sogar mehr bei kaufmännischen als bei technischen Berufen. Betroffen seien vor allem Berufe wie Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker/-in, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Industriemechaniker/-in. Viele Unternehmen richten auch ihre Aus- und Weiterbildung konkret auf neue digitale Herausforderungen aus.


Ansprechpartnerin für die Redaktionen:

IHK Region Stuttgart
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