Zufriedenheit der Südwestwirtschaft im Herbst weiterhin auf hohem Niveau

17. Oktober 2016

Nachlassende Dynamik bei Auftragseingängen mindert Zuversicht nur leicht

Stuttgart, 17. Oktober 2016 – Die Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungsbranche in Baden-Württemberg sind mit ihrer Geschäftslage weiterhin sehr zufrieden. Im Vergleich zum Frühsommer ist die Zufriedenheit sogar leicht gewachsen. Trotz nachlassender Dynamik bei den Auftragseingängen, blickt immer noch ein Großteil der Unternehmen positiv nach vorn: Sechs von zehn Betrieben erwarten eine stabile, drei von zehn sogar eine verbesserte Geschäftsentwicklung. Dies zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Mehr als 4.000 Unternehmen aus allen Branchen, Größenklassen und Landesteilen haben daran teilgenommen.  

„Die Ertragslage der meisten Betriebe ist dank gestiegener Umsätze und hoher Kapazitätsauslastung nach wie vor gut. Der nahende Brexit, globale Krisenherde und die nachlassende Dynamik des chinesischen Marktes konnten der regionalen Wirtschaft bisher nicht viel anhaben“, erläutert Georg Fichtner, Präsident der für Volkwirtschaft und Beschäftigung im BWIHK federführenden IHK Region Stuttgart. „Wir vermissen jedoch Impulse, die der Wirtschaft zusätzlichen Schwung geben könnten.“ So hat die Nachfrage seit dem Frühsommer leicht an Dynamik verloren: Nur noch 29 Prozent der Unternehmen registrieren steigende Auftragseingänge, vier Prozentpunkte weniger als im Frühsommer.   15 Prozent der Betriebe haben derzeit weniger Nachfrage, mehr als die Hälfte sieht sich jedoch einer stabilen Auftragslage gegenüber. 

Nichtsdestotrotz sind die Lageeinschätzungen etwas besser als noch im Frühsommer. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen bewerten ihre Lage „gut“ (51 Prozent, zuvor 50 Prozent) und 43 Prozent mit „befriedigend“ (zuvor 45 Prozent). Unverändert sehen sich nur sechs Prozent in einer schlechten Situation. Auf sehr hohem Niveau sind die Erwartungen vorsichtiger als zuvor: 28 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte (zuvor 30 Prozent), 62 Prozent erwarten keine Veränderungen (zuvor 61 Prozent), neun Prozent befürchten wie zuvor nachlassende Geschäfte. 

Von steigenden Umsätzen gehen knapp vier von zehn Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten aus. 35 Prozent hoffen auf Exportzuwächse. Gründe hierfür sind die steigende Binnennachfrage sowie vermehrte Aufträge aus der Eurozone, den USA und Asien. Nur jeweils 12 Prozent der Befragten befürchten sinkende Umsätze und Exportzahlen. 

Die Beschäftigungsabsichten der Betriebe sind etwas vorsichtiger als noch zu Jahresbeginn. Zwar wollen weiterhin 22 Prozent Personal aufbauen, jedoch ist der Anteil der Unternehmen, die Personal abbauen wollen, von knapp 13 auf über 14 Prozent gestiegen. Zwei Drittel der Betriebe wollen derzeit ihren Personalbestand konstant halten. Knapp der Hälfte der Betriebe – so vielen wie in bisher keiner Befragung – bereitet der Fachkräftemangel Sorgen. 47 Prozent können zurzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen. 

Branchen: Die Industriebetriebe konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Prozent steigern und sind weiterhin zumeist zufrieden mit ihrer Lage. Nachfrage und Investitionspläne haben sich leicht abgeschwächt. Die Unternehmen hoffen jedoch auf bessere Exportgeschäfte in der nächsten Zeit. Die Bauwirtschaft profitiert weiterhin von der starken Nachfrage. Die Stimmung der Branche hat sich so erneut verbessert. Eine Trendwende wird von den meisten Betrieben nicht befürchtet. Allerdings macht besonders ihnen der Mangel an Fachkräften zu schaffen. Im Dienstleistungssektor laufen die Geschäfte der meisten Betriebe gut, so bei den Beratungen, unternehmensnahen Dienstleistungen oder im Informations- und Kommunikationsbereich. Letzterer profitiert vom Digitalisierungstrend, leidet aber ebenfalls besonders unter Fachkräfteengpässen. Weniger zufrieden sind derzeit die Finanzdienstleister. Diese zeigen sich skeptisch für die nahe Zukunft. Einen Aufwärtstrend verzeichnen ebenfalls Groß- und Einzelhändler, die ihre Lage besser als noch im Frühsommer einschätzen. Fast zwei Drittel der Betriebe erwarten keine Veränderung im nächsten Jahr, wobei die Großhändler etwas optimistischer sind als der Einzelhandel. Die Stimmung im Gastgewerbe hat sich ebenfalls gebessert, wenngleich nur auf mittlerem Niveau. So bleiben auch die Zukunftserwartungen verhalten. Trotzdem planen die Betriebe vermehrt Investitionen.


Ansprechpartner für die Redaktionen:

Federführung Volkswirtschaft (IHK Region Stuttgart)       

Anke Seifert                                                                

Telefon 0711 2005-1322                                              

E-Mail anke.seifert@stuttgart.ihk.de                          

www.bw.ihk.de                                                           




zurück