BWIHK-Präsident bei der 6. deutsch-griechischen Versammlung

4. November 2016

„Mit transparenten Strukturen und guten Netzwerken sind unsere Kammern

Vorbild für notwendige Vernetzung im hellenischen System“


Stuttgart, 4. November 2016 – Bei der sechsten Auflage der deutsch-griechischen Versammlung in Nafplio steht die Stärkung der hellenischen Verwaltungsstrukturen im Zentrum. Dr. Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), ist auf seiner Delegationsreise gerade für dieses Thema Experte. So ist es an Kulitz, Kammersystem und Verwaltungsstrukturen als Best-Practice für die Entwicklung von Kommunen und regionaler Wirtschaft nach baden-württembergischen Vorbild ins Bild zu setzen.

 

„Die Kammern in Griechenland sind derzeit paralleler Player neben den Kommunen; es herrscht eher Konkurrenzdenken vor statt der Idee, die Kräfte für eine dringend nötige Entwicklung vor allem des KMU-Sektors zu bündeln und Ziele konzentriert anzugehen. Hier können wir mit dem Beispiel unseres gut vernetzten Systems mit den Kammern als wichtige Schnittstelle sowohl für die Beratung der Unternehmen als auch als Treiber gegenüber Gebietskörperschaften und öffentlichen Einrichtungen aller Art für Synergien sorgen, die dem Land wirtschaftliche Impulse geben. Denn wir brauchen dringend eine hellenische Gründermentalität mit guten Strukturen. Ich bin überzeugt, dass die Selbständigkeit dort ein zentrales Element für mehr Beschäftigung sein wird – gerade jetzt, da nach Ansicht der AHK Griechenland die Reformen zu wirken beginnen und für 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent gerechnet wird“, betont Kulitz.

 

Dem stimmt Hans-Joachim Fuchtel, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zu: „Die Vernetzung der lokalen Strukturen zwischen Griechenland und Deutschland sind soweit gediehen, dass hier auch Kontakte zur Wirtschaft möglich sind. Insbesondere konnte über die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) eine erste Bank in Griechenland neu etabliert werden. Es handelt sich um die ProCreditBank, die zunächst als Tochter der ProCredit Bulgarien in den griechischen Bankenmarkt eingetreten ist und seit Mai 2016 neue Möglichkeiten für wirtschaftliche Verbindungen bietet.“  


Er ergänzt: „Die DGV verfügt über ein solides Netzwerk, das Know-how schnell abrufbar macht und so auch der wirtschaftlichen Entwicklung zugute kommt. Die Rolle der DGV würdigte Botschafter Schoof anlässlich der Eröffnung der DGV VI am 03.11.2016 mit den Worten: »Heute ist die DGV fester Bestandteil der bilateralen griechisch-deutschen Beziehungen«.“ 

 

Hintergrund:

Die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) ist eine breit angelegte Initiative für die Zusammenarbeit zwischen griechischen und deutschen Regionen, Städten und Bürgern. Das Hauptziel ist, die bestehenden Kontakte zu vertiefen und neue zu schaffen, so dass sie für die Verfahren der Zusammenarbeit und den Austausch von Erfahrungen genutzt werden können. So hat sich innerhalb weniger Jahre ein dynamisches Netzwerk aus Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft entwickelt.

Die Grundlage der DGV bildet die Vereinbarung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Georgios Papandreou vom 5. März 2010, deren Ziel die Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit auf allen Ebenen ist. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Hans-Joachim Fuchtel, wurde von der Bundeskanzlerin Ende November 2011 zum Beauftragten für die DGV ernannt.


Ansprechpartnerin für die Redaktionen:

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