BWIHK

THEMA DER WOCHE

Eine Vielzahl von Daten und Meldungen prasselt tagtäglich auf die IHK-Welt herein oder sie entstehen aus unserer Arbeit. Aus all diesen Nachrichten, Entwicklungen und Ereignissen picken wir uns ein Thema heraus und stellen Ihnen dazu Daten, Fakten und Argumente kompakt auf einer Seite mit bundesweitem Fokus vor.

    Digitales Ökosystem

    KW 25 – 
    18.06.2020

    Fundament für wirtschaftlichen Erfolg

    Die Corona-Krise zeigt deutlich: Die Digitalisierung ist ein Muss für die deutsche Wirtschaft. Viele Unternehmen berichten, dass die Arbeit trotz eines plötzlichen Umstiegs auf Homeoffice durch Meetings und Kommunikation über Videokonferenzen häufig recht gut funktioniert hat.

    Zukunftsorientierte Digitalisierung 
    In den letzten Wochen wurde zugleich sichtbar, wie wichtig gute digitale Rahmenbedingungen sind. Dazu gehören leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze, digitale Verwaltungsleistungen, die Sicherheit von Daten und Informationen sowie die Nutzung von Cloud-Infrastrukturen und Plattformen. Diese Faktoren tragen erheblich zur Bewältigung der aktuellen Krise bei und entscheiden auch mit über einen erfolgreichen Weg aus der Krise heraus. In der Zukunft sind Wachstums- und Wettbewerbsaussichten noch mehr davon abhängig, wie gut der digitale Fortschritt gelingt und wie mit Hilfe der Digitalisierung neue Geschäftschancen ergriffen werden können.

    Resolvenz statt Insolvenz

    KW 24 – 
    11.06.2020

    Sanierungschancen für angeschlagene Unternehmen verbessern

    Der Pleitegeier kreist über Einzelhandel, Gastronomie, Hotels und Fluggesellschaften. Nach einer Unternehmensumfrage des DIHK unter 15.000 Betrieben sieht sich fast jedes fünfte Unternehmen von der Corona-Krise bedroht. Besonders betroffen ist das Reise- und Gastgewerbe. In den vergangenen Jahren lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen über alle Branchen hinweg jeweils knapp unter 20.000 – hier droht im zweiten Halbjahr 2020 eine deutlich höhere Zahl.

    Sanierungsverfahren außerhalb der Insolvenz einführen

    Um den in Bedrängnis geratenen Unternehmen Luft zu verschaffen, hat der Gesetzgeber die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags ausgesetzt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: Für Unternehmen, die zum 30. September 2020 überschuldet oder zahlungsunfähig sind, ist der Weg zum Insolvenzgericht unvermeidbar – es sei denn, die Aussetzungsfrist wird noch einmal verlängert.

    Viele Unternehmenspleiten können jedoch bei rechtzeitigen Sanierungsmaßnahmen außerhalb der Insolvenz verhindert werden. Eine wichtige Hilfestellung hierfür bietet die EU-Restrukturierungsrichtlinie, die aber ihren Weg noch nicht in das deutsche Recht gefunden hat. Ihr Kernelement ist ein gesetzlich angeordnetes Stillhalteabkommen der Gläubiger. Während dieses Moratoriums werden in dem Maßnahmen zur Zwangsvollstreckung ausgesetzt. Das ermöglicht es den Betrieben, mit ihren Gläubigern Sanierungsmaßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise zu vereinbaren, zum Beispiel durch einen Schuldenerlass. Bislang sind solche Maßnahmen nur innerhalb eines klassischen Insolvenzverfahrens möglich, das jedoch für viele Unternehmen und Geschäftspartner mit dem Stigma des Scheiterns verbunden ist.

    Corona international: Mit Handel aus der Krise

    KW 23 – 
    04.06.2020

    Die Corona-Pandemie hat das Wirtschaftsleben auf dem ganzen Globus umgekrempelt. Laut aktuellem AHK World Business Outlook rechnen 80 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland mit starken Umsatzverlusten im Geschäftsjahr 2020; 15 Prozent gehen sogar von einer Halbierung aus. Die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in vielen Ländern – von Reiseeinschränkungen bis hin zu Produktionsschließungen – stellen die Betriebe vor zahlreiche Herausforderungen. Hinzu kommt die Sorge, dass der zunehmende Protektionismus der vergangenen Jahre durch neue Handelshemmnisse in der Krise weiter beschleunigt wird. Dabei ist der internationale Handel gerade zur Krisenbewältigung nötig.

    Globale Lieferketten erhalten

    Damit die auslandsaktiven Unternehmen gut durch die Krise kommen, müssen Lieferketten jetzt dringend funktionieren. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Um erfolgreich und wettbewerbsfähig agieren zu können, brauchen Unternehmen Zulieferer und Kunden in aller Welt. Die wirtschaftliche Belebung nach der Corona-Krise kann daher nachhaltig nur gelingen, wenn auch unsere Handelspartner wieder auf die Beine kommen.