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Konjunkur: Corona-Auswirkungen setzen Südwesten massiv zu

PRESSEINFORMATION 54 | 2020 - STUTTGART, 03. Juli 2020

Rückläufige Auftragseingänge und massive Umsatzeinbrüche in fast allen Branchen

 

Die aktuelle BWIHK-Konjunkturumfrage zeigt deutlich: Trotz Lockerungen von Beschränkungen und Unterstützungsmaßnahmen aus der Politik hinterlässt die Corona-Pandemie in der Südwestwirtschaft tiefe Spuren. Zwar war die Stimmung bereits Anfang des Jahres – und somit vor Corona – gedämpft, jedoch bewerten inzwischen viermal so viele Unternehmen in Baden-Württemberg ihre Lage als schlecht (insgesamt 41 Prozent). Gut geht es nur noch knapp 20 Prozent. Zwei Drittel aller Betriebe im Land melden gefallene Umsätze. Etwa jedes zweite, und damit doppelt so viele Unternehmen wie zu Jahresbeginn, melden rückläufige Auftragseingänge. „Man spürt die große Verunsicherung unserer Unternehmen“, so BWIHK-Vizepräsidentin Marjoke Breuning. „Sie sehen mit großer Sorge, dass ihre Geschäfte nicht schnell wieder in Gang kommen, obwohl der Shutdown in Deutschland und anderen Partnerländern gelockert worden ist.“

Die Unzufriedenheit zieht sich durch nahezu alle Branchen, lediglich die Bauwirtschaft zeigt sich nach wie vor positiv gestimmt, wenngleich der Anteil der Betriebe in guter Lage um 20 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Das trifft auch die Investitionen: „In der Krise fokussieren sich die Betriebe auf Liquiditätssicherung. Den roten Stift setzt man natürlich am ehesten bei vermeidbaren Ausgaben an, die nicht dringlich sind und auf die Zeit nach der Krise gelegt werden können“, erklärt BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke zur Investitionssituation. 

„Gemeinsam. Europa wieder stark machen“

KW 27 – 
02.07.2020

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Deutschland übernimmt für die kommenden sechs Monate den Vorsitz im Rat der Europäischen
Union. In dieser Zeit geht es um Entscheidungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der EU langfristig
beeinflussen. Dazu zählen das EU-Recovery-Paket der Kommission, das neue siebenjährige
EU-Budget sowie die künftigen Beziehungen zum Vereinigten Königreich. Diese Weichenstellungen
während der wirtschaftlichen Krise durch die Corona-Pandemie werden den Rahmen für das
Wirtschaften in der EU entscheidend prägen. Das Motto der Ratspräsidentschaft „Gemeinsam.
Europa wieder stark machen“ sollte auch in anderen Politikbereichen gelten. Die Prioritäten
sollten so gesetzt sein, dass sie zusätzliche Belastungen für Unternehmen vermeiden.

BWIHK IN DER PRESSE

Der dpa sagte BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke zum Kabinettsbeschluss der Landesregierung BW für weitere Corona-Soforthilfen:

„Für den starken Mittelstand im Südwesten ist die von den Regierungsfraktionen verabschiedete Strukturförderung ein wichtiger Baustein, für den wir uns sehr eingesetzt haben. Der digitale Wandel ist und bleibt eine zentrale Stellschraube für wirtschaftlichen Erfolg, das hat Corona sehr schnell und sehr deutlich aufgezeigt. Deshalb sind die 50 Millionen € für die so erfolgreiche und extrem stark nachgefragte Digitalisierungsprämie ein richtiger Schritt – sie ist als niederschwelliges Instrument für viele Betriebe die ideale Förderung ihrer Digitalisierungsvorhaben. Es gilt aber, die Nachfrage konstant zu beobachten und auch langfristig mit genügend Förderkapital zu unterlegen. Die Stärkung des Eigenkapitals über weitere 50 Millionen € für das Mezzanine-Beteiligungsprogramm ist für KMU wie Start-Ups ebenso elementar. Nur mit ausreichend Eigenkapital können schwierige Phasen wie jetzt ohne nachhaltige Schäden für den Betrieb gemeistert werden. Ebenso bedeutsam ist die weitere Digitalisierung der Lehre im schulischen wie akademischen Sektor. Die guten Ansätze aus dem Corona-Digitalisierungsschub müssen nachhaltig weitergeführt werden. Dafür sind die angekündigten 40 Millionen € für die Universitäten und Hochschulen ein wichtiger Beitrag. Angesichts von mehr als 50 staatlichen Hochschulstandorten wird das Geld vor Ort aber jeweils nur begrenzte Wirkung entfalten können. Um einen weiteren »Digitalisierungs-Push« auszulösen, sollte mit diesen Mitteln ein koordiniertes Gesamtpaket, etwa nach dem Vorbild des hessischen Digitalpakts Hochschule, geschnürt werden, das neben der Lehre auch die Studierenden- und IT-Verwaltung berücksichtigt. Vergessen werden darf aber in keinem Fall die weitere Digitalisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Dual aus- und weitergebildete Fachkräfte sind und bleiben die wichtigste Ressource unserer Wirtschaft. Nun geht es aus unserer Sicht vor allem um die rasche Umsetzung der Beschlüsse.“